Grundwasserschutzzone

Gefahren für unser Trinkwasser

Unser Trinkwasser gewinnen wir aus natürlichem Quell- und Grundwasser. Die menschlichen Aktivitäten in den Bereichen Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Verkehr, Industrie, Gewerbe, Haushalt und Freizeit können auf vielerlei Art das Grundwasser und somit unser Trinkwasser gefährden.

Landwirtschaftliche Hilfsstoffe (Pflanzenschutzmittel, Hof- und Mineraldünger) können ins Grundwasser versickern. Kanalisationen, Güllengruben oder Öltanks können undicht werden. Zahllose Fahrzeuge verkehren täglich auf Schweizer Strassen. Sie verbrauchen Treibstoffe und Schmierstoffe, deren unsachgemässe Handhabung erhebliche Auswirkungen auf das Grundwasser haben kann. In Industrie und Gewerbe kommen tagtäglich unzählige Chemikalien zum Einsatz, die das Grundwasser beeinträchtigen können. Aber auch Bauten können die Speisung und das Speichervermögen der Grundwasservorkommen beeinträchtigen oder den Grundwasserdurchfluss behindern.

Um eine Grundwasserverschmutzung durch all diese Gefahren im Bereich der Trinkwasserfassung zu verhindern, müssen wir unser Trinkwasser mit Schutzmassnahmen schützen. Das erfolgt durch den Gesetzgeber mit Grundwasserschutzzonen.

Was ist eine Grundwasserschutzzone?

Eine Grundwasserschutzzone ist ein Gebiet mit definierten Abmessungen. Sie umschliesst eine Trinkwassergewinnungsanlage. Die Abmessung einer Schutzzone wird auf Grund hydrogeologischer Untersuchungen festgelegt. Jede Schutzzone verfügt über ein Schutzzonenreglement. Dort wird festgelegt was in den einzelnen Schutzzonenbereichen erlaubt und was verboten ist. Schutzzone und Reglement werden vom Regierungsrat genehmigt.

Verstösse gegen das Schutzzonenreglement

Grundsätzlich gilt das Gewässerschutzgesetz. Im Artikel 6 steht: «Es ist untersagt, Stoffe, die Wasser verunreinigen können, mittelbar oder unmittelbar in ein Gewässer einzubringen oder sie versickern zu lassen». Im Schutzzonenreglement sind zusätzliche, auf die entsprechende Schutzzone abgestimmte Einschränkungen erlassen. Verantwortlich für die Einhaltung der Bestimmungen ist die Standortgemeinde. Emmental Trinkwasser führt regelmässige Kontrollen der Schutzzonen durch.

Was passiert bei Verstössen gegen das Schutzzonereglement?

Verstösse gegen das Gewässerschutzgesetz und somit gegen das Schutzzonenreglent sind Offizialdelikte. Diese werden in jedem Fall von der Polizei verfolgt. Die Wiederherstellung des Urprungszustandes kann für den Verursacher erhebliche Kosten verursachen!

Massnahmen für den Grundwasserschutz im Alltag

  • Kaufen Sie Produkte aus ökologischer Landwirtschaft.
  • Benutzen Sie umweltfreundliche Wasch- und Putzmittel und setzen Sie auch diese sparsam ein.
  • Kaufen Sie langlebige Produkte.
  • Entsorgen Sie Ihren Abfall sachgerecht.
  • Bringen Sie Reste von wassergefährdenden Stoffen an den Verkaufsort.
  • Verbrauchen Sie weniger Benzin, Diesel und Heizöl.
  • Nehmen Sie einen Ölwechsel oder eine Autowäsche nur an dafür vorgesehenen Orten vor.
  • Verwenden Sie keine Unkrautvernichter im Garten.
  • Bringen Sie vor einem Gewitter keine Dünger und Pflanzenschutzmittel aus.
  • Lassen Sie die Abwasserleitungen regelmässig auf Dichtheit kontrollieren.
  • Befolgen Sie die Schutzvorschriften und sensibilisieren Sie auch Ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger für den Grund- und Trinkwasserschutz.